Game Review: Reviews für PC, Wii und Flash Games

Der Herr der Ringe: Der Krieg im Norden Review

Mit Herr der Ringe ist es ein bischen so wie mit Star Wars. Die Vermarktung und das Merchandising vor allem im Gaming Bereich läuft und läuft. Genauso fühlt sich auch das neueste Herr der Ringe Spiel Der Krieg im Norden an: Hauptsache ein Brand, den jeder kennt.
Herr der Krieg: Der Krieg im Norden ist ein Action-Rollenspiel, welches parallel zur Geschichte der “klassischen” Gefährten spielt. Doch während Frodo, Gandalf und Co. nach Osten gen Mordor aufbrechen, geht für unsere Helden Richtung Norden, um die rechte Hand Sauron zu besiegen. Die Helden, das sind eine Elbe, ein Zwerg und ein Waldläufer á la Aragorn, begegnen allerlei Feinden und schnetzeln sich von Quest zu Quest. Diese fallen allerdings ganz untypisch für Rollenspiele sehr trivial aus und sind auch entsprechend einfach zu lösen. Die Betonung liegt hier deutlich auf Action, was zwischendurch fast den Eindruck eines Beat-Em-Up Games entstehen lässt. Statt mit Taktik und Raffinesse müssen die meisten Feinde einfach nur erschlagen werden. Zudem sind die Level komplett linear. Der Weg, den man gehen muss wird fast schon mit Leuchtpfeilen vorgegeben. Freiheit, die Welt zu erkunden besteht somit nicht. Sowieso wirkt Mittelerde ziemlich leer. In den Städten laufen nur eine handvoll Menschen rum, die meist nicht mehr zu sagen haben als “Hallo.” Dafür sind die Cutscenes umso schöner und storynaher gemacht. Man erfährt viel über den Ring, die Gefährten udn was hinter den Kulissen noch so passiert ist. In den Leveln trifft man allerdings umso seltener nicht feindliche Wesen. Selbst der Inlevel Shop wird lediglich durch ein leuchtendes Licht dargestellt. Woher und wohin die ge- bzw verkauften Gegenstände wandern ist fraglich. Die Gegenstände gilt es ganz Diablo-like zu sammeln. Von Stiefeln über Hosen bis hin zum Helm wird allerlei Rüstungskram gesammelt. Daneben gibt es natürlich noch Heiltränke, Manatränke und Wertgegenstände die einfach nur Geld beim Verkaufen bringen. Die Charakterentwicklung ist leider auch sehr trivial geraten: Ein Charakter besteht lediglich aus 4 Attributen: Nahkampfschaden, Lebenspunkte, Fernkampfschaden und Zauberschaden.
Allerdings ist die Welt schön anzusehen. Die Grafik wirkt zwar etwas altbacken, ist aber trotzdem schön anzusehen. Einzig die charaktere wirken fast wie Puppen. Auch die Soundkulisse ist klassisch Herr der Ringe like. Unauffällig, aber passend.
Trotz aller Mängel macht Herr der Ringe: Der Krieg im Norden wirklich Spaß. Das Spiel ist definitiv mehr was für Beat-Em-Up Spieler als für filegrane Rollenspieler. Mit der Zeit und steigender Stufe kann man immer mehr Special Moves und Fähigkeiten einsetzen. Der Zwerg kann beispielsweise einen Rundumschlag vollführen, was absolut Sinn macht, denn er ist in der Regel der, der mitten im Geschehen (Feinde) steht. So richtig überragen die Special Moves dann aber auch nicht.
Multiplayer-technisch ist HdR: KiN ganz gut aufgestellt. Die Kampagne kann sowohl kooperativ, als auch alleine gespielt werden. Zudem gibt es einen Survivalmodus, bei dem es möglichst viele Wellen an Gegnern zurückzuschlagen gilt.

Insgesamt ist Herr der Ringe: Der Krieg im Norden ein langfristiges (laaaaange Kampagne), spaßiges Hack’n'Slay Spiel, dem es zwar an Tiefgang udn Anspruch fehlt, dafür aber mit jeder Menge Action punktet. Wer Fantasy mag sollte lieber auf Skyrim warten oder zu einem “echten” Rollenspiel wie Oblivion greifen. Wer allerdings einfach nur Orks, Goblins und Trolle möglichst brutal schnetzeln möchte sollte zugreifen. Mit aktuell 35€ ist das Game auch nicht alzu teuer. Für 5 Jahre Entwicklungszeit bietet Der Krieg im Norden allerdings zu wenig Neues im Vergleich zu älteren Genrekollegen.

Grafik: 7/10
Sound: 7/10
Gameplay: 6/10
Insgesamt: 6/10

Update:
Der meiner Meinung schwierigste Teil des ganzen Spiels ist die Belagerung von Nordinbad. Hier müssen nach und nach Gegnerwellen abggewehrt werden, bis schließlich zwei Trolle das Tor von Nordinbad zerstören wollen. Da man diese nicht alzu schnell ausschalten kann, gibt es zwei ganz gute Tipps: Entweder man lässt die Trolle durchlaufen und vernichtet nur Gegner, da die Trolle erst aktiv das Tor bekämpfen, wenn man in Sichtweite ist oder was meiner Meinung wesentlich eleganter ist: Man stellt sich so früh wie möglich zwischen die Trolle und greift diese an. Sobald die Trolle zurückschlagen, treffen sie relativ wahrscheinlich auch den jeweils anderen Troll. So konnte ich die Trolle dazu bringen, sich gegenseitig schwer zu verwunden. Dies funktioniert jedoch nur, wenn die Trolle auch zusammen stehen.

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