Homefront Review
Stell dir vor es ist Krieg, aber vor deiner Haustür.
Homefront erzählt die Geschichte der Okkupation der USA seitens Nordkorea. Was auf den ersten Blick abstrus oder sehr dystopisch klingt, macht in meinen Augen mit der Vorgeschichte durchaus Sinn. Denn die USA sind durch verschiedenste Kriege, vor allem im Nahen Osten geschwächt. Als durch den Krieg im Nahen Osten die Ölversorgung fast zusammenbricht, stürzt auch die Weltwirtschaft in ein tiefes Loch, von dem vor allem die USA betroffen sind. Soziale Unruhen, Armut und wirtschaftliche Schwäche machen es den Nordkoreanern relativ einfach, zunächst Südkorea und Japan zu okkupieren, um anschließend in einem Blitzangriff einen Großteil der USA zu besetzen. Die US-Armee kann aufgrund mangelnder Ressourcen kaum Widerstand leisten.
So viel zu Vorgeschichte von Homefront. In dem Game spielt man Jacob, einen Piloten. Dieser wird von den Nordkoreanern drangsaliert und schließlich abgeführt, unterwegs jedoch vom Widerstand befreit, ob er will oder nicht. Warum der Widerstand gerade einen Piloten ohne Kampferfahrung braucht ist fraglich. Warum gerade Jakob? Diese Frage bleibt das Spiel jedoch schuldig, genauso warum Jakob eigentlich bei dem ganzen mitmacht. Denn die Bevölkerung ist nicht durchweg für den Widerstand und muss aufgrund einiger Anschläge des Widerstands auf die Koreaner kräftig leiden.
Nichts desto trotz ist die Atmosphäre in Homefront wirklich packend. Im spielbaren Intro werden ohne mit der Wimper zu zucken Menschen hingerichtet oder verschleppt. Besonders hart fande ich, als ein Ehepaar getötet wird, während das Kind, ein kleiner Junge, neben dem Exekutionskommando stand und weinte. Eine Waise des Krieges. Unverblümt wird in Homefront gezeigt, wie unschön und gefährlich eine Besatzung aussehen muss. In dem Punkt muss man Homefront absoluten Realismus zugestehen.
Spielerisch kann der Singleplayer Part allerdings nicht ganz so überzeugen. Man befindet sich fast immer in Begleitung seiner Widerstandkollegen, die allerdings mehr mit guten Ratschlägen als mit Taten helfen. Im Prinzip muss man alles alleine machen, sei es die Gegner auszuschalten, den Scharfschützen erledigen oder ein anderes Ziel erreichen. Klettert man allerdings eine Leiter oder kriecht durch einen Durchschlupf muss man immer warten, bis die anderen Herren und Damen mit Klettern bzw Kriechen fertig sind. Auch die KI der Gegner ist recht schwach. Manches Mal hatte man wirklich das Gefühl, gegen Pappfiguren aus einer Bude zu spielen. Auftauchen, Abtauchen, Auftauchen, sterben. Das Führen von Spezialgerät wie Helikopter oder Goliath macht zwar Spaß, ist aber auch nur Techtelmechtel für Zwischendurch. Zudem fande ich es sehr schade, dass die Level wirklich sehr geradlinig waren. Erkundungsmöglichkeit gibt es kaum. Wer trotzdem auf Entdeckertour geht kann allerdings viele Zeitungsartikel entdecken, die die Story, wie es zu der Besetzung gekommen ist, nochmals ein wenig abrunden.
Auch grafisch ist Homefront nicht auf dem neuesten Stand, was für mich persönlich allerdings nicht ganz so tragisch ist, ich lege eher Wert auf Spielspaß. Und dieser ist nicht schlecht, aber auch zu kurz. Wenn man sich ranhält, kann man das komplette Spiel in 2 – 3 Stündchen durchspielen. 7 Kapitel erwarten den Spieler, zum Abschluss wird auf der Golden Gate Bridge in San Francisco gekämpft.
Der Multiplayer Part überzeugt umso mehr. Im Endeffekt ist es eine Mischung aus Call of Duty und Battlefield. Denn es kommen sowohl Erfahrungspunkte als auch Fahrzeuge zum Einsatz. Diese müssen allerdings mit den sogenannten Battlepoints erst gekauft werden. Mit den Punkten kann man allerdings nicht nur Fahrzeuge, sondern auch Luftschläge, Kampfdroiden oder Panzerfäuste kaufen. Gerade die Luftschläge sind äußerst effektiv gegen eine größere Anzahl aufeinander hockender Gegner. Ansonst muss man sagen, dass man recht schnell tot ist. Bei Scharfschützen ist man es ja gewohnt schnell zu sterben. Mit Maschinenpistolen quer über die Karte zu schießen und mit wenigen Schüssen zu töten ist schon seltsam. Je länger man spielt umso mehr Erfahrung sammelt man auch und schaltet nach und nach immer neue Waffen und Equipment frei. Ganz besonders hat mir auch der sogenannte Battle-Commander gefallen. Dieser agiert als KI im Hintergrund setzt Belohnungen auf besonders gefährliche Gegner aus. Sollte sich irgendwo jemand verschanzt haben und nach und nach alle Kameraden töten wird ein Kopfgeld auf ihn ausgesetzt und der Bereich in dem er sich befindet grob markiert. Insgesamt ist der Multiplayer Part sehr gelungen, mir teilweise allerdings gerade was die Mortalitätsrate betrifft zu realistisch. Hat mich ein wenig an Operation Flashpoint erinnert. Die Langzeitmotivation, immer mehr Erfolge zu erzielen und neue Gegenstände und Perks freizuspielen ist allerdings. Wer also Call of Duty mochte und gerne mal mit Panzern oder Hubschraubern durch die Gegend fahren möchte, ist bei Homefront mit Sicherheit gut aufgehoben.
Hier schreibt Michael Nalazek Reviews für PC, Wii und Flash Games. Viel Spaß mit meinen Game Reviews.